REALTALK · 14. April 2026
PKV oder GKV als Azubi und Berufseinsteiger:in?
Du fängst gerade an zu arbeiten und bekommst Post von einem privaten Versicherer mit einem „exklusiven Einsteigertarif“. Bevor du klickst: Lies das hier.
Wann du überhaupt in die PKV darfst
Als Angestellte:r nur, wenn dein Bruttojahresgehalt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt (2026: 73.800 €). Als Selbstständige:r, Freelancer:in oder Beamter darfst du jederzeit. Azubis und Berufseinsteiger:innen unter der Grenze sind in der GKV pflichtversichert. Punkt.
Warum der „Einsteigertarif“ oft eine Falle ist
Junge PKV-Tarife sind billig. Deine Leistungen fühlen sich besser an als in der GKV. Das Problem: Die Beiträge steigen mit dem Alter, nicht mit dem Einkommen. Mit 50 zahlst du oft doppelt so viel wie mit 28. Und wenn du willst zurück in die GKV – nach 55 fast unmöglich.
Wann PKV Sinn macht
Wenn du wirklich langfristig selbstständig bleibst, kerngesund bist, keine Familiengründung planst (Kinder müssen extra versichert werden, in der GKV sind sie gratis mit) und auch mit 60 die Beiträge locker wuppst. Dann kann PKV ein Plus sein – aber nur mit klarer Kopfrechnung.
Realtalk-Empfehlung
Für 90 % aller unter 30: GKV. Die Leistungsunterschiede sind im Alltag klein. Was dir in der GKV fehlt (Zähne, ggf. Chefarzt, Einzelzimmer), kannst du mit günstigen Zusatzversicherungen nachholen. Wer wirklich über PKV nachdenkt: nicht selber machen, Beratung holen. Einmal falsch entschieden, zahlst du 40 Jahre.